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Projektbeschreibung

Vernetztes Fahren des öffentlichen Nahverkehrs in Kassel

Im Vorhaben VERONIKA soll eine Vernetzung von Fahrzeugen und Lichtsignalanlagen sowohl zu einer netzweit energiesparenden Fahrweise als auch zu einer emissionsreduzierenden Lichtsignalsteuerung beitragen. Im Testfeld Kassel werden dazu Straßenbahnen, Busse und Rettungsfahrzeuge mit On Board Units ausgerüstet, welche über eine Funkschnittstelle nach dem Automotive-Kommunikationsstandard IEEE 802.11p mit Roadside Units an verkehrsabhängigen Lichtsignalanlagen operative Daten austauschen können. Flankiert wird diese lokale Vernetzung von einer mobilfunkgestützten Kommunikation mit einem Metadatenserver, der strategische Daten für eine der Situation angemessene Priorisierung von ÖV-Fahrzeugen an signalisierten Knotenpunkten liefert.

Unter Vermeidung der jeweiligen Nachteile einer zentralenbasierten und lokalen Kommunikation bzw. Datenverarbeitung wird ein hybrider Ansatz entwickelt und erprobt, bei dem das öffentliche Verkehrsmittel das Systemwissen bspw. zum Liniennetz, zur Fahrplanlage und zu Umsteigebeziehungen besitzt und für eine sekundengenaue Freigabe an stromabwärtigen LSA einsetzt. Die kurzen Latenzzeiten einer lokalen Kommunikation erleichtern eine Schaltzeit- und Ankunftszeitprognose und damit sowohl die Wahl einer passenden Fahrstrategie als auch die sekundengenaue Freigabe für Straßenbahnen und Busse.

Im Sinne eines vernetzten Warnens werden auf der Grundlage einer direkten Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation Straßenbahn- und Busfahrer auf sich annähernde Einsatzfahrzeuge mit Sondersignal hingewiesen, bevor diese hör- und sichtbar sind. Die Entwicklung und Erprobung der Prognoseverfahren und Fahrstrategien sowie die Erstellung der darauf abgestimmten Signalprogramme wird durch eine Entwicklungs- und Testumgebung unterstützt, bei der Geräte und Verfahren in eine mikroskopische Verkehrssimulation „in-the-Loop“ eingeschlossen werden. Die abschließende Evaluation stützt sich sowohl auf Simulationsversuche als auch auf den Pilotversuch unter realen Betriebsbedingungen des öffentlichen Straßenverkehrs.

Laufzeit 01.01.2017 - 31.12.2019
Förderung: durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Förderkennzeichen: 16AVF1016A
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Robert Hoyer